Informationen über die Bedrohung
Von 100'000 auf etwa 3'200 Tiger
Streiften vor 100 Jahren noch etwa 100'000 Tiger durch die Wälder zwischen Anatolien und dem russischen fernen Osten, sind es heute gerade noch knapp 3'200 Tiere. Nur sechs von einst neun Unterarten (Infos) des Tigers haben das vergangene Jahrhundert überlebt.Der Verlust des Lebensraumes, Wilderei und Rückgang ihrer Beutetiere sind die Hauptursachen für den massiven Bestandsrückgang der Tiger im 20. Jahrhundert. Große Waldgebiete wurden für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gerodet. In den letzten 150 Jahren sind insgesamt 93 Prozent des Tigerlebensraums verschwunden. Tiger leben heute nur noch in etwa 7 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes.
Die fatale Folge: inselartig verteilte Habitate, die den Kontakt zwischen den Tiger-Populationen erschweren oder verhindern. Zudem macht die große Nachfrage nach Tigerprodukten in der traditionellen asiatischen Medizin das Wildern von Tigern zu einem lukrativen Geschäft. Mittlerweile haben Staaten wie China bei Androhung hoher Strafen den Einsatz von Tigerbestandteilen in Medikamenten verboten. Aber noch viel mehr bleibt zu tun.

Sumatra Tiger, © WWF Deutschland
Die grösste Bedrohung für die Tiger sind Wilderei und Lebensraumverlust. So hat die Anzahl Indochinesischer Tiger seit 1998 in nur einem Jahrzehnt um 70% auf etwa 350 Individuen abgenommen. Bei den Sumatra Tigern wurden in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich jedes Jahr 50 Tiger getötet. Heute gibt es von dieser Art noch etwa 400 Exemplare. Das Überleben wird für sie auch immer schwieriger, weil ihr natürlicher Lebensraum von allen Seiten unter Druck gesetzt wird: Die wachsende Bevölkerung benötigt mehr Siedlungsraum. Auch die Holz- und Landwirtschaft breitet sich aus: Auf Sumatra fällt der Regenwald grossteils Plantagen für die Produktion von Palmöl und Papierzellstoff zum Opfer. Durch den Lebensraumverlust entsteht ein Teufelskreis. Denn wenn sich der Tiger nicht mehr in einem ausreichend grossen Gebiet bewegen kann, ist er ein leichteres Opfer für Wilderer. Auch die Nahrungssuche wird zunehmend schwieriger, weil weniger Wald auch weniger vorhandene Beute bedeutet. Dann kann es zu Konflikten mit den Menschen kommen, weil Tiger Haustiere und manchmal sogar Menschen angreifen. In Indonesien sind zwar Gesetze zum Schutz der letzten Sumatra Tiger in Kraft. Die Durchsetzung scheitert aber oft an fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen.
Der WWF will helfen
Damit sie auch das begonnene Jahrhundert überleben, setzt sich der WWF bereits seit 1966 in mittlerweile 35 Projekten in nahezu allen Tiger-Verbreitungsstaaten aktiv für die Sicherung ihrer Lebensräume und den Schutz vor Wilderern ein.Der WWF hat sieben Schwerpunkt-Regionen ausgewählt, in denen er Tiger-Reservate einrichten und schützen hilft und die Bevölkerung für den Schutz der Tiger gewinnen will. Mit Patrouillen geht er gegen Wilderer vor. Der WWF kämpft auch gegen den illegalen Handel mit Tiger-Fellen und anderen Körperteilen, die von der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden.
Wie Sie die Bemühungen des WWF unterstützen können erfahren Sie hier.
